Latein-Nachhilfe in Düsseldorf

Ein Gespräch über das Leben.

Viele Schülerinnen und Schüler fragen sich, warum sie heute noch Latein lernen sollen. Eine berechtigte Frage. Denn wenn Latein lediglich aus Grammatik und Übersetzungen bestünde, wäre der Aufwand kaum zu rechtfertigen.

Uns interessieren die Texte.

Ovid erzählt in den Metamorphosen von Menschen, die sich verwandeln. Äußerlich sind es Mythen. Innerlich erzählen sie von etwas, das jeder Mensch kennt: Wir verändern uns. Erfahrungen prägen uns. Manchmal werden wir durch das Leben zu einem anderen Menschen.

Seneca fragt nicht nach der richtigen Übersetzung, sondern nach dem richtigen Leben. Wie gelingt Gelassenheit? Was macht uns wirklich frei? Warum verlieren wir so viel Kraft, wenn wir unser Glück von den Urteilen anderer abhängig machen? Seine Gedanken wirken oft erstaunlich modern, weil sie keine fertigen Antworten liefern, sondern zur Selbstprüfung einladen.

Petrus Abaelard schließlich erinnert daran, dass Bildung mit dem Mut beginnt, Fragen zu stellen. In seinem Sic et Non stellt er widersprüchliche Autoritäten nebeneinander und fordert seine Leser auf, selbst zu denken. Nicht das Auswendiglernen steht im Mittelpunkt, sondern das sorgfältige Prüfen von Argumenten.

Natürlich gehört Grammatik zum Lateinunterricht. Sie ist das Werkzeug, mit dem wir die Texte erschließen. Aber kein Handwerker verwechselt sein Werkzeug mit dem Bauwerk.

Vielleicht ist das der eigentliche Grund, warum Latein bis heute unterrichtet wird: nicht weil die Sprache noch gesprochen wird, sondern weil die Fragen, die ihre Autoren stellen, noch immer unsere eigenen sind.

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